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Gegen jede Kooperation mit La Familia

Mit großer Erleichterung haben wir als Fachschaftsrat der Philsophischen Fakultät I die Trennung des UniSportZentrums (USZ) vom Sportverein La Familia wahrgenommen. Auch wenn wir die genauen juristischen Hintergründe natürlich nicht kennen, freuen wir uns darüber, dass die Universität hier scheinbar auf die Beschwerden von Studierenden gehört und diesen Vertrauen geschenkt hat.

Unabhängig davon, was konkret in den einzelnen Sportkursen vorgefallen ist, lehnen wir aber grundsätzlich jede Kooperation mit dem Verein La Familia ab. Denn es ist nicht zu leugnen, dass dieser ein Sammelbecken für rechtsextreme Kader geworden ist, die auch bei offiziellen Veranstaltungen auftreten, gute Beziehungen zum Verein pflegen und mutmaßlich sogar für diesen Trainings leiten. Das bringt an sich schon mehrere Probleme mit sich. Zum einen ist ein Verein mit rechtsextremer Mitgliedschaft nicht einfach "neutral", denn diese schreckt an sich schon diejenigen ab, die normalerweise von Faschist*innen angegriffen werden: vermeintliche oder tatsächliche Migrant*innen und Antifaschist*innen. Das gilt natürlich nicht für alle, aber bestimmt für diejenigen, die schon Erfahrungen mit rechter Gewalt machen mussten. Zum anderen bedeutet die Tatsache, dass man Rechtsextreme mittrainieren lässt, dass diese nicht einfach so, sondern für ihre nächste Gewalteskalation üben. Wer als Trainer*in dabei mitmacht ist nicht neutral, sondern unterstützt diese bei ihrer Gewalt.

Diese ganzen Kritikpunkte machen deutlich, warum wir alle demokratischen Institutionen dazu aufrufen, nicht mehr mit La Familia zusammenzuarbeiten. Dabei haben wir nichts gegen Kampfsport oder die grundsätzlichen Konzepte von La Familia, sondern lehnen die ständige und geduldete rechtsextreme Präsenz ab. Wir möchten dieses Statement also auch als Aufforderung an den Verein verstehen, sich zu reformieren und eine Ausschlussklausel gegen Menschenfeind*innen einzuführen, wie wir sie zumindest für unsere Veranstaltungen ebenfalls nutzen. Da er bis jetzt leider nur apologetische Statements darüber verfasst hat, wie "neutral" er doch trotz trainierender Rechtsextremer sei und wie ungerecht alle Kritiker*innen angeblich wären, scheint der Verein für eine sinnvolle Reform allerdings noch viel Druck von Außen zu brauchen. Wir hoffen, damit einen Teil beizutragen.

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