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Gegen den Numerus Clausus - für die Freiheit!

Momentan werden die sogenannten NCs vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt. Hier geht es zwar vor allem um die bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge in der Humanmedizin, trotzdem macht das Verfahren die gesamte Problematik allzu deutlich. Obwohl es das Grundrecht auf freie Berufswahl und damit bei entsprechender Qualifikation (Hochschulzugangsberechtigung) auch eine freie Studienplatzwahl geben müsste, sieht das in diesem Bereich deutlich anders aus: Fast alle Plätze werden über die Abiturnote vergeben und auf den wenigen Wartelistenplätzen verweilt man aufgrund der großen Nachfrage durchschnittlich 15 Semester. Auch eine vorherige medizinische Berufsausbildung wird kaum berücksichtigt, die doch eine fachspezifische Qualifikation darstellt. Gleichzeitigexistiert ein flächendeckendrr Mangel an Ärzt*innen. Daran sieht man, dass der Numerus Clausus als regulierende Instanz gescheitert ist und sich dem natürlich real existierenden Problem der fehlenden Studienplätze nicht stellen kann.

Ähnlich sieht es in anderen Fachbereichen aus. Hier muss man zwar weniger lange warten oder den Ort nur sehr flexibel wählen, trotzdem gilt die Dominanz der Abiturnote, die extrem wenig aussagt. Was sagt es über einen zukünftigen Deutschlehrer aus, dass er auch beste Noten in Physik und Musik hatte? Was über eine Psychologin, dass sie auch in Sport notentechnisch brillieren konnte? Zusätzlich zu dieser Absurdität kommt die Tatsache, dass ein Arbitur in Deutschland je nach Standort schwieriger oder leichter zu erwerben ist - offensichtlich ist dabei der geografische Hintergrund, aber auch der soziale spielt weiterhin eine viel zu große Rolle dabei.

Aus diesen Gründen ist es kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen dazu entscheiden, ihren Studienplatz einzuklagen und damit erfolgreich sind. Leider steht diese Möglichkeit nur Leuten offen, die die nötigen finanziellen Ressourcen haben, was den Zugang zur Universität um weitere soziale Barrieren erhöht. Darüber hinaus wehren sich die Universitäten, in dem sie in Revision gehen und einzelne Bewerber*Innen wieder rausschmeißen, obwohl sie schon mehrere Semester an der Uni studiert haben.

Als Fachschaftsrat der Philsophischen Fakultät I stellen wir uns gegen alle Formen des Numerus Clausus. Die Abiturnote ist kein sinnvolles Kriterium und die Verantwortlichen sind vielmehr gefordert, ausreichend Studienplätze für die entsprechende Zahl der Interessent*Innen zu stellen. Wo das zB durch Unterfinanzierung verunmöglicht wird, müssen die Universitäten sinnvolle Verfahren einführen, die Aussagekraft besitzen.

Die Fachschaftsräte der Philosphischen Fakultät I und des Studienkollegs

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