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Bundeswehr runter vom Campus!

Als FSR haben wir schon vor einigen Jahren kritisieren müssen, dass sich die „Internationalen Beziehungen“ unter Professor Johannes Varwick mit ihrer Existenz als ziviler Wissenschaftsbereich extrem schwertun. Bereits damals war die Bundeswehr gern gesehener Gast in verpflichtenden Lehrveranstaltungen und konnte ihre extrem interessengesteuerte Sicht auf die Dinge darlegen. Im Wintersemester 2017/18 bekommt das Ganze allerdings noch mal eine weitere Eskalationsform, denn nun entwirft der Varwick-Lehrstuhl „in Kooperation“ mit der Bundeswehr eine komplette Lehrveranstaltung, die die Studierenden für ihre Leistungspunkte brauchen. Im Konkreten sieht das dann so aus, dass die deutsche Armee den Studierenden im Aufbaumodul mit dem Thema „Sicherheitspolitik und Streitkräfte“ belehren soll.

Als FSR setzen wir uns für eine zivile und ergebnisoffene Lehre ein und kritisieren diese Veranstaltung deshalb aufs Schärfste! Die Bundeswehr ist eine eigene politische Akteurin, die notwendigerweise ihre eigene Rolle und die Konfliktlösung durch staatliches Militär grundsätzlich positiv darstellen muss. Jede Form der Wissenschaft, die von der Bundeswehr betrieben wird, ist der Prämisse untergeordnet, dass die Bundeswehr Teil der Lösung internationaler Konflikte ist und nicht Teil des Problems. Damit wäre schon jede Einladung fragwürdig, hier geht das Problem allerdings noch weiter: Die Bundeswehr ist nicht Teil eines Seminars, sondern privilegierter und scheinbar einziger Kooperationspartner, was zur oftmals kritisierten militärpolitischen Ausrichtung des Lehrstuhls passt.

Darüber hinaus halten wir es ebenso für problematisch, dass man über die Mittel von Dritten hier an der Uni die Lehre bestreiten möchte und hinterfragen, ob eine dem Anspruch nach demokratische Universität nicht wenigstens mit Akteur*innen kooperieren sollte, die diesen Anspruch auch haben. Da die Bundeswehr auf Hierarchie, Befehl und Gehorsam basiert und ein leider nicht gelöstes Problem mit rechtem Gedankengut hat, hat sie ihn nicht.

Als FSR können wir leider nur Protest anmelden, appellieren aber dazu an den gesamten Fachbereich der Politikwissenschaft an der Uni Halle   , die eigene Aufgabe als „Demokratiewissenschaft“ ernstzunehmen und sich gegen die Verzahnung der Lehre mit der militärischen Agenda der Bundeswehr und ihrer Befürworter*innen beim entsprechenden Lehrstuhl entgegenzustellen!

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